06 June 2026, 22:11

Streit um Paragraf 188: Soll die Beleidigung von Politikern straffrei werden?

Koalition streitet über Abschaffung des §188

Streit um Paragraf 188: Soll die Beleidigung von Politikern straffrei werden?

Eine Debatte über die Abschaffung eines Gesetzes, das die Beleidigung von Politikern unter Strafe stellt, ist entbrannt. Paragraf 188 des deutschen Strafgesetzbuchs steht in der Kritik, wobei die Abgeordneten uneins über seine Zukunft sind. Das Thema wird auf der anstehenden Justizministerkonferenz in Hamburg diskutiert werden.

Cashback bei deinen
Lieblingsrestaurants und Services

Kaufe Gutscheine und spare in deinen Lieblingsorten in deiner Nähe

LiberSave App auf Smartphones

Das Gesetz geriet in den Fokus, nachdem ein Gericht jemanden zu einer Strafe verurteilt hatte, weil er Bundeskanzler Friedrich Merz als „Lügenfritz“ (Lügner) bezeichnet hatte. Dieser Fall hat die Forderungen nach einer Reform neu entfacht. Günter Krings (CDU) zeigt sich nun offen für eine Streichung des Paragrafen 188. Gleichzeitig schlug er vor, die strengeren Strafen für Beleidigungen nach Paragraf 185 beizubehalten oder sogar auszuweiten – statt sie zu lockern.

Constanze Geiert (CDU) regte an, Paragraf 185 zu reformieren und Paragraf 188 entweder einzuschränken oder vollständig abzuschaffen. Doch nicht alle Politiker teilen diese Meinung. Carmen Wegge (SPD) lehnt eine Abschaffung des Gesetzes ab und warnt vor einer Zunahme von Angriffen auf Personen des öffentlichen Lebens. Sie betonte, dass Paragraf 188 auch Kommunalpolitiker und Bürgermeister vor verbalen Angriffen schütze.

Kathrin Wahlmann (SPD) unterstützt diese Position und kritisiert die Pläne zur Abschaffung des Paragrafen. Sie kündigte an, die bestehenden Regelungen zu verteidigen. Unterdessen spricht sich Erik Marquardt (Grüne) für eine Streichung von Paragraf 188 aus, besteht jedoch darauf, den Schutz vor Bedrohungen und Gewalt beizubehalten. Das Justizministerium Niedersachsens betonte zudem, dass die Bekämpfung von Hassrede und Volksverhetzung weiterhin Priorität habe.

Die Justizministerkonferenz in Hamburg wird nun über das Schicksal von Paragraf 188 entscheiden. Sollte er abgeschafft werden, hätten Politiker keinen besonderen rechtlichen Schutz mehr vor Beleidigungen. Das Ergebnis könnte maßgeblich prägen, wie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in Deutschland künftig mit verbalen Angriffen umgehen.

Quelle