Steuerzahlerbund prüft 290.000-Euro-Rebranding der hessischen Landesregierung
Hans-Jürgen ZirmeSteuerzahlerbund prüft 290.000-Euro-Rebranding der hessischen Landesregierung
Der Bund der Steuerzahler Hessen prüft derzeit das kürzlich umgesetzte Rebranding der Landesregierung. Die neue Corporate Identity, für die rund 290.000 Euro aufgewendet wurden, hat eine Debatte über ihre Berechtigung in Zeiten knapper Haushaltsmittel ausgelöst. Sollte die Ausgabe als überzogen eingestuft werden, könnte sie in den jährlichen Bericht über "Öffentliche Geldverschwendung" aufgenommen werden.
Entwickelt wurde das Rebranding von der Agentur Ogilvy, während die Staatskanzlei die Kosten in Höhe von 290.000 Euro bestätigte. Die Umsetzung begann in der Staatskanzlei selbst; schrittweise soll das neue Design auf Ministerien und andere Behörden ausgeweitet werden.
Joachim Papendick, Vorsitzender des Steuerzahlerbundes, hinterfragte den Zeitpunkt der Investition. Seiner Meinung nach solle Steuergeld stattdessen in grundlegende Leistungen wie Schulen, Straßen oder die Polizei fließen. Zwar räumte er ein, dass eine moderne visuelle Identität sinnvoll sein könne, doch betonte er, dass ein neues Logo den Bürgern in wirtschaftlich schwierigen Zeiten kaum direkten Nutzen bringe.
Der Verband leitete die Überprüfung ein, nachdem mehrere Bürgerbeschwerden eingingen. Falls die Kosten als nicht gerechtfertigt bewertet werden, könnte das Rebranding in der jährlichen Publikation "Das Schwarzbuch: Öffentliche Verschwendung" auftauchen. Wiederholt hatte die Organisation strengere Ausgabekontrollen gefordert und die Regierung aufgefordert, Projekte mit klarerem öffentlichen Mehrwert vorzuziehen.
Das Ergebnis der Prüfung durch den Steuerzahlerbund wird entscheiden, ob das Rebranding als verschwendungsintensiv eingestuft wird. Sollte es im "Schwarzbuch" landen, könnte die Landesregierung mit weiterer Kritik an ihren Haushaltsentscheidungen konfrontiert werden. Bis dahin wird das neue Design weiterhin schrittweise in hessischen Behörden eingeführt.






