Sienna Rose: Existiert die Soulsängerin mit Millionen-Fans wirklich – oder ist sie nur KI?
Conrad PechelAI-Sängerin: Wer ist Sienna Rose - und warum sucht das Internet nach ihr? - Sienna Rose: Existiert die Soulsängerin mit Millionen-Fans wirklich – oder ist sie nur KI?
Eine Soulsängerin namens Sienna Rose hat auf Spotify fast zwei Millionen monatliche Hörer gewonnen – doch viele zweifeln inzwischen daran, ob sie überhaupt existiert. Internetrechercheure und Medienermittlungen deuten darauf hin, dass es sich bei ihr um eine KI-Erfindung handeln könnte, gestützt auf ungewöhnliche Muster bei ihren Musikveröffentlichungen und ihrer Online-Präsenz.
Ursprünglich tauchte Sienna Rose als rothaarige US-Country-Künstlerin auf, verschwand jedoch nach einer Untersuchung des Bayerischen Rundfunks (BR) aus den sozialen Medien. Die aktuelle Version – eine Soulsängerin mit Afro-Look und tiefbraunen Augen – ist weiterhin auf Spotify aktiv, wo ihr Profil sie als "Geschichtenerzählerin des Herzens" beschreibt. Der BR verfolgte ihre Spuren bis zu einer russischen IP-Adresse und brachte sie in Verbindung mit dem Label Nostalgic Records sowie dem KI-Spezialisten Maksim Muravjov, der 63 Kompositionen zugeschrieben bekommt, dessen direkte Beteiligung an ihrer Erschaffung jedoch nicht bestätigt ist.
Die rasante Veröffentlichung ihrer Songs, das Fehlen von Live-Auftritten und ihre kaum sichtbare Präsenz in sozialen Netzwerken haben die Skepsis geschürt. Eine Studie des Streamingdienstes Deezer ergab, dass 97 Prozent der Hörer KI-generierte Musik nicht von menschgemachten Stücken unterscheiden können, während 85 Prozent der Streams künstlicher Künstler von Bots stammen. Die Spekulationen nahmen weiter zu, als Selena Gomez in einem Instagram-Post einen Song von Sienna Rose verwendete – was zu viraler Häme über deren Echtheit führte.
Kritiker wie der YouTuber Rick Beato werfen Spotify vor, KI-Musik aus finanziellen Interessen zu fördern, mit potenziellen Millionenumsätzen. Laut BBC verdienen die Macher hinter Sienna Rose wöchentlich über 2.000 Euro – hochgerechnet rund eine Million Euro pro Jahr. Die UNESCO warnt, dass menschliche Musiker bis 2028 bis zu 24 Prozent des Marktes an KI-Künstler verlieren könnten.
Der Fall Sienna Rose wirft grundsätzliche Fragen über die Rolle von KI in der Musikbranche auf. Während Streamingplattformen von künstlichen Künstlern profitieren und Hörer den Unterschied kaum erkennen, geht es um Transparenz und die Zukunft menschlicher Kreativität in der Musik. Die Ermittlungen zu ihren Ursprüngen laufen weiter – doch ein eindeutiger Beweis für ihre Existenz steht noch aus.