Siemens plant radikale Umstrukturierung mit Auflösung zweier Kernsparten
Hans-Jürgen ZirmeSiemens plant radikale Umstrukturierung mit Auflösung zweier Kernsparten
Siemens erwägt einen tiefgreifenden internen Umbruch, bei dem zwei seiner wichtigsten Sparten aufgelöst werden könnten. Die geplanten Änderungen folgen auf die frühere Ankündigung von Vorstandschef Roland Busch, das Unternehmen stärker zu einer integrierten Technologiegruppe umzubauen. Sollte der Plan genehmigt werden, wäre dies die größte organisatorische Umstrukturierung seit der Ausgliederung von Siemens Healthineers.
Vor eineinhalb Jahren hatte Busch die Strategie "One Tech Company" eingeführt. Ihr Ziel war es, interne Barrieren abzubauen und Fachwissen aus allen Unternehmensbereichen enger zu verzahnen. Im Rahmen des neuen Vorhabens könnten die Sparten Digital Industries und Smart Infrastructure – derzeit geleitet von Cedrik Neike und Matthias Rebellius – aufgelöst werden.
Die dazugehörigen Geschäftsbereiche würden dann direkt der Siemens-Konzernführung unterstellt. Zwar wurden bisher keine Stellenstreichungen bekannt gegeben, doch sind Anpassungen in Vertrieb, Einkauf und Entwicklung zu erwarten. Die verbleibenden Einheiten sollen enger zusammenarbeiten, um Doppelstrukturen bei Personal und Projekten zu vermeiden.
Siemens hat die Details nicht bestätigt und lehnte eine Stellungnahme zu einem Bericht der Handelsblatt ab. Das Unternehmen betonte, dass noch keine endgültige Entscheidung gefallen sei.
Die Umstrukturierung zielt darauf ab, die Geschäftsprozesse zu zentralisieren und Entscheidungswege zu beschleunigen. Sie reiht sich in frühere Schritte wie die Ausgliederung von Healthineers ein, die bereits als Präzedenzfall für groß angelegte Veränderungen diente. Derzeit prüft das Unternehmen weiterhin die Auswirkungen der geplanten Änderungen.






