Sieben Zentimeter zu kurz: Frankfurter Schule setzt 12 Sicherheitskräfte für altes Geländer ein
Conrad PechelSieben Zentimeter zu kurz: Frankfurter Schule setzt 12 Sicherheitskräfte für altes Geländer ein
Ein 100 Jahre altes Geländer in einer Frankfurter Schule hat eine ungewöhnliche Sicherheitsmaßnahme ausgelöst. Weil die Stange ganze sieben Zentimeter zu kurz ist, wurden zwölf Sicherheitskräfte im Treppenhaus postiert. Die Entscheidung überrascht die kommissarische Schulleiterin und wirft Fragen nach den Kosten auf.
Auslöser war eine Überprüfung, bei der festgestellt wurde, dass das Geländer nur 1,03 Meter misst – und damit unter dem Mindestmaß von 1,10 Metern liegt, das die Muster-Richtlinien für Schulbauten von 2009 vorschreiben. Als vorläufige Lösung stellte die Stadt am Montag Wachen im Treppenbereich auf. Die Maßnahme schlägt nun mit rund 13.700 Euro brutto pro Woche zu Buche.
In einer für Montag anberaumten Sitzung soll über das weitere Vorgehen entschieden werden. Die Sicherheitskräfte bleiben auch während der Osterferien im Einsatz, wobei die Kosten dann voraussichtlich auf 5.000 bis 6.000 Euro pro Woche sinken. Die Stadt räumt die hohen Ausgaben ein, betont jedoch, dass die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften unverzichtbar sei.
Die kommissarische Schulleiterin kritisierte das Vorgehen als überzogen. Trotz jahrzehntelanger Nutzung des Geländers erzwinge die geringfügige Abweichung nun sofortiges Handeln. Die Behörden stehen damit vor der Herausforderung, Sicherheitsanforderungen und finanzielle Belastungen in Einklang zu bringen.
Das veraltete Geländer hat die Schule vor unerwartete Probleme gestellt. Bis eine dauerhafte Lösung gefunden ist, müssen die Wachen vor Ort bleiben – und die Stadt trägt weiterhin die Kosten. Die Ergebnisse der Montagssitzung werden zeigen, wie der Konflikt gelöst wird.






