Schienennetz am Limit: Warum Milliarden für Sprit statt für Züge fließen
Francesco SchenkSchienennetz am Limit: Warum Milliarden für Sprit statt für Züge fließen
Deutschlands Schienennetz steht vor großen Finanzierungsproblemen – während Sprit-Subventionen weiter die öffentlichen Haushalte belasten
Die Strecke Berlin–Hamburg, erst kürzlich modernisiert, verfügt wegen knapper Haushaltsmittel noch immer nicht über eine moderne digitale Signaltechnik. Gleichzeitig steigen die Kosten für die Steuerermäßigung auf Kraftstoffe weiter – auf Kosten der Steuerzahler:innen.
Obwohl die Bahnstrecke Berlin–Hamburg bereits aufgewertet wurde, fehlt das fortschrittliche ETCS-Signalsystem aufgrund begrenzter Finanzmittel. Der Hauptbahnhof Hannover, von der Deutschen Bahn als „Drehscheibe“ für den Deutschlandtakt bezeichnet, muss dringend ausgebaut werden. Doch das Projekt stockt wegen einer Finanzierungslücke von zwei Milliarden Euro.
Der Bahnhof ist ein zentraler Engpass für den Schienenverkehr in Norddeutschland. Ohne ausreichende Investitionen werden sich Verspätungen und Überlastungen weiter verschärfen. Gleichzeitig hat die Ölindustrie durch die Iran-Krise zusätzliche Gewinne von 2,4 Milliarden Euro eingestrichen.
Die letzte Sprit-Subvention in Deutschland kostete die Steuerzahler:innen 2022 über drei Milliarden Euro. Die aktuelle Steuerermäßigung wird voraussichtlich weitere 1,6 Milliarden Euro verschlingen. Kritiker argumentieren, dass diese Mittel sinnvoller in den Ausbau der Schieneninfrastruktur geflossen wären – als echte Alternative zu fossilen Brennstoffen in künftigen Krisen.
Die Sprit-Subventionen haben weder nachhaltige Vorteile gebracht noch den Fortschritt gefördert. Eine gut finanzierte Schieneninfrastruktur könnte dagegen die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern verringern. Die aktuellen finanziellen Prioritäten setzen sowohl die Verkehrssysteme als auch die öffentlichen Haushalte unter Druck.
