18 June 2026, 12:13

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied nichts mit der Pest zu tun hat

Die wahre Geschichte hinter dem klassischen Kinderreim 'Ring Around The Rosie'

"Ringel, Ringel, Reihe": Warum das Kinderlied nichts mit der Pest zu tun hat

Das Kinderlied „Ringel, Ringel, Reihe“ wird oft mit der Beulenpest in Verbindung gebracht, doch seine wahren Ursprünge scheinen weit weniger düster zu sein. Viele glauben, das Lied beziehe sich auf Symptome und Todesfälle während der Großen Pest von London – doch Belege für diese These sind dünn.

Wahrscheinlich entstand der Reim ursprünglich als ein Kinderspiel mit Gesang im Deutschland des 18. Jahrhunderts. Später verbreitete er sich als beschwingte Aktivität, bei der Kinder im Kreis drehten und dabei die Worte aufsagten. Sein erster gedruckter Nachweis auf Englisch stammt erst aus dem Jahr 1881 – lange nach den Pestwellen des 14. oder 17. Jahrhunderts, mit denen er manchmal in Verbindung gebracht wird.

Einige vermuten, das Lied habe Jugendlichen im 19. Jahrhundert trotz religiöser Tanzverbote eine Möglichkeit zum Tanzen geboten. Im Laufe der Zeit entstanden zahlreiche Varianten mit unterschiedlichen Texten, was die genaue Bedeutung schwer nachvollziehbar macht. Die Annahme, „Rosen“ stünden für Pestpocken oder „umfallen“ für den Tod, bleibt unbelegt.

Ohne stichhaltige historische Beweise gilt der Reim als Volksgut. Seine eigentliche Bedeutung könnte schlicht unsinnig sein, während düstere Deutungen erst später hinzukamen. Die anhaltende Beliebtheit des Liedes scheint vor allem in seiner harmlosen Funktion als Kinderspiel begründet zu liegen.

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