04 May 2026, 08:13

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude während einer Klimawandel-Demonstration in Berlin auf dem Boden, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Protest gegen neues Gaskraftwerk in Mainz: Klimaziele in Gefahr

Ein Bündnis aus Umwelt- und Klimaschutzorganisationen hat sich gegen die Pläne für ein neues Gaskraftwerk in Mainz ausgesprochen. Die von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) vorgesehene Anlage soll auf der Überflutungsfläche Ingelheimer Aue errichtet werden. Kritiker argumentieren, dass das Projekt im Widerspruch zum Ziel der Stadt steht, bis 2035 klimaneutral zu werden.

Zu den Gegnern zählen unter anderem die Initiativen Scientists for Future und der BUND Mainz. Maren Goschke vom BUND Mainz kritisierte die Investition von 44 Millionen Euro als langfristige Bindung an „veraltete, konventionelle Gaskraftwerkstechnologie“. Sie warnte, dass dieser Schritt den Fortschritt hin zu sauberer Energie behindern werde.

Michael Lengersdorff, Sprecher von MainzZero, hinterfragte, wie KMW das neue Kraftwerk rechtfertigen könne, während das Unternehmen gleichzeitig behaupte, die Klimaziele zu unterstützen. Er betonte die Notwendigkeit einer offenen Debatte über das Thema.

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Ein weiterer zentraler Kritikpunkt ist das Fehlen einer aktualisierten Umweltverträglichkeitsprüfung. Die letzte Bewertung datiert aus dem Jahr 2005, was bei Kritikern Zweifel an der ökologischen Risikobewertung des Projekts weckt. Zudem wies das Bündnis die Behauptung von KMW zurück, die Anlage könne später auf Wasserstoff umgestellt werden, und bezeichnete diesen Plan als unrealistisch und wirtschaftlich fragwürdig.

Prof. Friedhelm Schönfeld von Scientists for Future Mainz bezeichnete die anhaltende Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen als verantwortungslos. Die Gruppen verwiesen stattdessen auf Batteriespeicher als eine erprobte und kostengünstige Alternative. Ihre Einwände wurden offiziell beim Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) eingereicht – insgesamt wurden zehn separate Beschwerden gegen den Vorschlag vorgebracht.

Die Vorbehalte des Bündnisses verdeutlichen die Spannungen zwischen Energieinfrastrukturplanung und Klimaschutzzielen. Da nun formelle Einsprüche eingereicht wurden, müssen die Aufsichtsbehörden prüfen, ob das Projekt den Umwelt- und Rechtsstandards entspricht. Das Ergebnis könnte die Energiepolitik von Mainz in den kommenden Jahren maßgeblich prägen.

Quelle