Nürnberg und Memmingen starten EU-Einreisesystem mit biometrischer Erfassung
Hans-Jürgen ZirmeNürnberg und Memmingen starten EU-Einreisesystem mit biometrischer Erfassung
Zwei deutsche Flughäfen, Nürnberg und Memmingen, setzen nun das neue Einreise-/Ausreisesystem (EES) der EU ein, um Reisende an den Schengen-Grenzen zu erfassen. Das digitale System ersetzt die manuellen Passstempel und zeichnet biometrische Daten in Echtzeit auf. Beide Flughäfen zusammen verarbeiten jährlich über drei Millionen Ein- und Ausreisen von Personen aus Staaten außerhalb des Schengen-Raums.
Das EES erfasst Gesichtsbilder, Fingerabdrücke und Passdaten von Drittstaatsangehörigen. Diese Informationen werden in einer zentralen EU-Datenbank gespeichert und ersetzen die bisherige Praxis des Stempelns in Reisedokumenten. Ziel des Systems ist es, Identitätsprüfungen zu verbessern, Betrug zu erschweren und Besucher zu überwachen, die ihre erlaubte Aufenthaltsdauer überschreiten.
Die Schengen-Staaten sind auf wirksame Kontrollen an den Außengrenzen angewiesen, um die Binnenfreiheit zu gewährleisten. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann betonte, dass das EES diese Bemühungen stärkt – insbesondere an Flughäfen. Es ergänzt strengere Landgrenzenkontrollen und ermöglicht eine präzisere Erfassung von Flugreisenden.
Der Flughafen Nürnberg verzeichnete 2025 mit 4,5 Millionen Passagieren einen Rekord, was die wachsende Bedeutung effizienter Grenzsysteme unterstreicht. Allerdings liegen keine genauen Zahlen vor, wie viele Drittstaatsangehörige 2023 im gesamten Schengen-Raum registriert wurden.
Das EES ist nun an wichtigen deutschen Flughäfen in Betrieb und markiert den Übergang zu einer automatisierten Grenzüberwachung. Durch die Nutzung biometrischer Daten hilft das System den Behörden, Identitäten zuverlässiger zu prüfen und Visabestimmungen wirksamer durchzusetzen. Die Umstellung spiegelt die größeren EU-Bestrebungen wider, Sicherheit mit einem reibungslosen Reiseverkehr in Einklang zu bringen.