Norbert Himmler bleibt ZDF-Intendant – trotz Skandale und sinkender Quoten
Francesco SchenkNorbert Himmler bleibt ZDF-Intendant – trotz Skandale und sinkender Quoten
Norbert Himmler ist am Freitag vom Rundfunkrat für eine weitere Amtszeit als ZDF-Intendant bestätigt worden. Seine Wiederwahl erfolgt trotz anhaltender Kritik an der sinkenden Relevanz des Senders und eines jüngsten Skandals um KI-generierte Bilder in der heute-Sendung. Die Entscheidung verlängert seine Amtszeit beim öffentlichen Rundfunk, dem er seit über 25 Jahren angehört.
Himmler wurde 1971 in Mainz geboren – derselben Stadt, in der auch der ZDF-Hauptsitz liegt. Dort studierte er Politikwissenschaft und Germanistik, bevor er 1998 als Volontär zum Sender stieß. Seine ersten Stationen umfassten Tätigkeiten als studentische Hilfskraft und freier Mitarbeiter, doch sein Aufstieg war rasant: Er arbeitete als Assistent des Chefredakteurs, leitete die Programmplanung und übernahm später die Verantwortung für die Fiction-Abteilung sowie den Spartensender ZDFneo.
2014 sorgte er als Programmdirektor mit der Abschaffung der langjährigen Primetime-Unterhaltungsshow Wetten, dass..? für Aufsehen. Doch 2021 holte er die Sendung mit Thomas Gottschalk als Moderator zurück auf den Bildschirm – ein Quotenhit: Die Ausgabe 2021 erreichte einen Marktanteil von 45 Prozent. Das Finale 2023 verfolgten 12,13 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von 45,3 Prozent und bestätigte damit die anhaltende Beliebtheit des Formats.
Trotz jüngster Rückschläge gab es bei seiner Wiederwahl keine ernsthafte Konkurrenz. Als Intendant bezieht Himmler ein Jahresgehalt von 372.000 Euro. Mit der Entscheidung des Rundfunkrats wird er die Zukunft des ZDF weiter prägen – auch wenn Fragen zur Ausrichtung des Senders bleiben.
Die Rückkehr von Wetten, dass..? zählt zu Himmlers wichtigsten Erfolgen und unterstreicht sein Gespür dafür, das Publikum für Leitformate zurückzugewinnen. Mit seinem neuen Vertrag steht er nun vor der Aufgabe, den Sender durch aktuelle Herausforderungen zu führen – von der Zuschauerbindung bis zur Bewältigung redaktioneller Kontroversen. Seine lange Karriere beim ZDF verleiht ihm zwar tiefgreifende Institutionenkenntnis, verbindet ihn aber auch mit den jüngsten Krisen des Hauses.