Niedersachsen vereinfacht Arzneimittelversorgung für Praxen mit neuem Vertrag ab 2026
Francesco SchenkNiedersachsen vereinfacht Arzneimittelversorgung für Praxen mit neuem Vertrag ab 2026
Neuer Vertrag in Niedersachsen revolutioniert die Arzneimittelversorgung für Praxen
Ein neues Abkommen in Niedersachsen wird die Art und Weise verändern, wie Apotheken Praxen mit Medikamenten beliefern. Der Landesapothekerverband (LAV) und die gesetzlichen Krankenkassen haben einen einheitlichen Vertrag unterzeichnet, der veraltete Landesregelungen ersetzt. Die Vereinbarung tritt am 1. Juli 2026 in Kraft und soll Bürokratie abbauen sowie die Versorgungssicherheit mit essenziellen Arzneimitteln verbessern.
Das bisherige Flickwerk aus länderspezifischen Vorschriften lief zum 31. Dezember 2025 aus, nachdem der LAV die alten Regelungen gekündigt hatte. Monatelange Verhandlungen mündeten nun in einen modernisierten, standardisierten Vertrag. Erstmals gelten damit für Apotheken einheitliche Prioritätsregeln bei der Abgabe von Fertigarzneimitteln an Praxisbedarf.
Deutliche Erhöhung bei Impfstoff-Lieferungen Eine zentrale Neuerung betrifft die Auslieferung von Impfstoffen: Apotheken erhalten künftig 80 Cent pro Dosis – doppelt so viel wie bisher (40 Cent). Sobald die vertraglichen Ziele erreicht sind, steigt die Vergütung später auf 1 Euro. Zudem enthält die Vereinbarung eine Friedenspflicht, um Lieferengpässe durch Streiks zu verhindern.
Zum Praxisbedarf zählen Medikamente und Materialien, die für mehrere Patienten oder Notfälle vorgehalten werden, etwa Impfstoffe, Arzneimittel oder Verbandsmaterial. Der neue Vertrag sorgt dafür, dass diese Produkte effizienter geliefert werden und reduziert gleichzeitig den Verwaltungsaufwand für Apotheken und Ärzte.
Einheitliche Regeln statt Regelungsdschungel Das neue System ersetzt zersplitterte Landesvorgaben durch einen einzigen, schlanken Vertrag. Apotheken erhalten höhere Vergütungen für Impfstoff-Lieferungen und müssen klare Prioritätsvorgaben beachten. Die Änderungen treten am 1. Juli 2026 in Kraft – ohne Risiko von Versorgungslücken während der Umstellungsphase.