Netzanschluss von Großspeichern scheitert an Bürokratie und Engpässen
Conrad PechelNetzanschluss von Großspeichern scheitert an Bürokratie und Engpässen
Fachleute weisen auf anhaltende Herausforderungen beim Netzanschluss großer Batteriespeicherprojekte hin
Viele Vorhaben verzögern sich trotz ihrer wichtigen Rolle für die Stabilisierung der erneuerbaren Energien – und das bei hohen Kosten. In einer aktuellen Folge des pv magazine-Podcasts wurde diskutiert, ob flexible Anschlussvereinbarungen eine Lösung bieten könnten.
Nadine Bethge vom Branchenverband bne und Leandra Boes von Green Flexibility sprachen mit Michael Fuhs über das Problem. Beide betonten, dass das aktuelle System mit der Nachfrage nicht Schritt halte und an Effizienz mangele, um eine flächendeckende Einführung zu ermöglichen.
Netzengpässe und bürokratische Hürden bremsen den Ausbau Großspeicherprojekte stoßen beim Netzanschluss häufig auf Hindernisse: überlastete Netze, unterbesetzte Netzbetreiber und komplexe Vorschriften führen zu Verzögerungen oder treiben die Kosten in die Höhe. Dabei sind diese Systeme entscheidend, um Schwankungen bei den erneuerbaren Energien auszugleichen und die bestehende Netzkapazität besser zu nutzen.
Im Podcast forderte Bethge einen standardisierten Rahmen für Speicheranschlüsse in den deutschen Verteilnetzen. Sie warnte, dass einige überlastete Netzbetreiber ihre Monopolstellung nutzen könnten, um wirtschaftlich sinnvolle Projekte abzulehnen. Ohne klare Regeln bleibe das Verfahren unberechenbar und anfällig für Willkür.
Flexible Lösungen und mehr Zusammenarbeit gefragt Boes plädierte stattdessen für eine engere Zusammenarbeit zwischen Branchenexperten und Netzbetreibern. Ihr Unternehmen Green Flexibility unterstützt Netzbetreiber bereits mit dem Regiolink-Konzept, das standardisierte Verträge für verschiedene Netztypen anbietet. Durch eine Bewertung der lokalen Gegebenheiten könnten flexible Anschlussvereinbarungen (Flexible Connection Agreements, FCAs) Genehmigungen beschleunigen und Engpässe verringern, so Boes.
Beide Expertinnen waren sich einig, dass das bestehende Modell nicht ausreichend skalierbar ist. Zwar bergen FCAs Potenzial, doch für eine bundesweite Umsetzung brauche es bessere Abstimmung und klarere Leitlinien. Die Diskussion machte deutlich: Ohne systemische Änderungen drohen sinnvolle Speicherprojekte weiter zu stocken.
Zwei zentrale Schritte für den Durchbruch Als entscheidend gelten nun ein verbindlicher nationaler Rahmen für Speicheranschlüsse sowie eine intensivere Zusammenarbeit zwischen Projektentwicklern und Netzbetreibern. Ohne diese Veränderungen könnten Verzögerungen und Kostenexplosionen die Expansion der Batteriespeicher weiter behindern.
Flexible Vereinbarungen und standardisierte Verträge mögen helfen – ihr Erfolg hängt jedoch davon ab, ob es gelingt, Personalmangel und regulatorische Lücken zu schließen. Die Branche steht nun vor der Aufgabe, aus den Vorschlägen praktikable Lösungen zu machen.






