Mozarts Così fan tutte wird zum realen Treue-Experiment auf der Bühne
Francesco SchenkMozarts Così fan tutte wird zum realen Treue-Experiment auf der Bühne
Das Staatstheater Wiesbaden wagt in dieser Spielzeit einen kühnen Zugang zu Mozarts Così fan tutte. Statt einer klassischen Inszenierung entsteht die Oper als Echtzeit-Beziehungs-Experiment – und verwischt so die Grenze zwischen Spiel und Wirklichkeit. Das Publikum erlebt mit, wie 20 junge Paare einen Treuetest bestehen, eingebettet in das Setting einer Kunsthochschule.
Regisseurin Marie-Ève Signeyrole hat das Werk als immersives Experiment neu gedacht. Die Bühne verwandelt sich in eine Kunstakademie, in der Don Alfonso die Probe auf die Grenzen von Liebe und Treue stellt. Das Publikum, in die Rolle von Studierenden versetzt, beobachtet die Paare bei Herausforderungen, die verunsichern und provozieren sollen.
Das Theater sucht junge Paare zwischen 18 und 35 Jahren – Opernerfahrung ist nicht nötig. Gefragt sind jedoch Mut und die Bereitschaft, sich auf Unvorhergesehenes einzulassen. Jedes Paar wird zum aktiven Teil der Aufführung, dessen Reaktionen die Handlung in Echtzeit prägt.
Karten für die Veranstaltung kosten 10 Euro und sind damit bewusst niedrigschwellig gehalten. Die Produktion will Fassaden fallen lassen und ungeschönte Wahrheiten über Begierde, Nähe und die Zerbrechlichkeit von Beziehungen freilegen. Indem sie die Oper mit sich selbst konfrontiert, stellt Signeyrole die Frage: Was bleibt von Treue, wenn die Liebe auf die Probe gestellt wird?
Die Aufführung wird Grenzen ausloten – für die Teilnehmenden wie für das Publikum. Während die Paare mit dem Experiment ringen, verspricht die Inszenierung ebenso viel über die menschliche Natur zu enthüllen wie über Mozarts zeitloses Werk. Das Ergebnis: eine einzigartige Verschmelzung von Theater und Realität, die sich live auf der Bühne entfaltet.






