Materialknappheit trifft deutsche Industrie härter als erwartet – trotz Wachstum
Hans-Jürgen ZirmeMaterialknappheit trifft deutsche Industrie härter als erwartet – trotz Wachstum
Materialknappheit belastet deutsche Industrie stärker als zu Jahresbeginn
Neue Zahlen zeigen einen deutlichen Anstieg der Lieferkettenprobleme seit Januar. Einige Branchen sind stärker betroffen als andere – trotz des jüngsten Wirtschaftswachstums.
Im Januar 2026 meldeten nur 5,8 Prozent der deutschen Unternehmen Engpässe bei Rohstoffen und Vorprodukten. Bis April hatte sich dieser Anteil mehr als verdoppelt: 13,8 Prozent der Industriebetriebe waren betroffen.
Am stärksten leidet die chemische Industrie: 31,1 Prozent der Hersteller klagen über Lieferengpässe. Auch die Kunststoff- und Gummihersteller sind mit 22,9 Prozent stark beeinträchtigt. Es folgen Unternehmen der Elektroindustrie, von denen 17,2 Prozent über Schwierigkeiten berichten.
Der Maschinenbau liegt mit 14,8 Prozent knapp dahinter. Textilhersteller (4,1 Prozent) sowie die Glas- und Keramikbranche (4,2 Prozent) sind weniger betroffen, spüren aber ebenfalls Einschränkungen.
Trotz dieser Herausforderungen wuchs die deutsche Wirtschaft im ersten Quartal 2026 um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorquartal. Gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 stieg das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um 0,5 Prozent.
Die Daten verdeutlichen eine wachsende Kluft zwischen wirtschaftlicher Expansion und Lieferkettenbelastungen. Zwar bleiben die BIP-Zahlen positiv, doch breiten sich Materialengpässe in Schlüsselbranchen weiter aus. Besonders hart trifft es die chemische Industrie, die Kunststoff- und Gummihersteller sowie den Elektrosektor.






