30 March 2026, 10:14

Massive Proteste in Bonn und Köln fordern Ende der sexualisierten Gewalt

Eine Gruppe von Menschen hält ein Transparent mit der Aufschrift "Du kannst uns nicht unterkriegen, vereine dich widerstehe Feministin" auf einer Straße, mit einem Fahrrad in der Nähe und Luftballons im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

Massive Proteste in Bonn und Köln fordern Ende der sexualisierten Gewalt

Hunderte Demonstrantinnen und Demonstranten gingen am Sonntag in Bonn auf die Straße, um gegen sexualisierte Gewalt zu protestieren und mehr Schutzmaßnahmen zu fordern. Die Kundgebung folgte einer größeren Demonstration in Köln am Vortag, an der über 5.000 Menschen für dasselbe Anliegen teilgenommen hatten. Beide Veranstaltungen fanden vor dem Hintergrund wachsender öffentlicher Empörung über digitale Gewalt und Frauenfeindlichkeit in Deutschland statt.

Bei der Bonner Protestaktion versammelten sich mehr als 500 Menschen vor dem Alten Rathaus am Marktplatz. Viele trugen Schilder mit prägnanten Botschaften, darunter eines mit der Aufschrift "Girls just wanna be safe" – eine Anspielung auf den Song von Cindy Lauper. Ein anderes Plakat verkündete: "Wir sind wütend." Organisiert wurde die Veranstaltung von einem Bündnis aus Stadtratsparteien, darunter die Grünen, CDU, SPD und Volt.

Rednerinnen und Redner bei der Kundgebung forderten Männer auf, mehr Verantwortung im Kampf gegen frauenfeindliche Einstellungen und Gewalt gegen Frauen zu übernehmen. Ihre Forderungen spiegelten die allgemeine Verärgerung über jüngste Fälle digitaler Gewalt wider. Eine Untersuchung des Spiegel im Jahr 2024 hatte Vorwürfe aufgedeckt, wonach der Schauspieler Christian Ulmen seine Ex-Frau, die Schauspielerin Collien Fernandes, digitaler Gewalt ausgesetzt haben soll. Der Fall löste eine bundesweite Debatte aus und erhöhte den politischen Druck auf schärfere Gesetze.

Die Bundesregierung hat seitdem Änderungen des Strafgesetzbuchs vorgeschlagen, um Deepfakes, nicht einvernehmliche Nacktaufnahmen, Spionagesoftware und heimliche Überwachung unter Strafe zu stellen. Internetanbieter sollen zudem verpflichtet werden, IP-Adressen offenzulegen. Bei einer Regierungsbefragung 2026 bezeichnete Bundeskanzler Friedrich Merz die "explodierende Gewalt" in digitalen Räumen als Teil eines größeren gesellschaftlichen Problems. Tim Achtermeyer, Co-Vorsitzender der Grünen in Nordrhein-Westfalen, kritisierte Merz jedoch dafür, sich nicht stärker für einen besseren Schutz von Frauen einzusetzen.

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Die Proteste in Köln und Bonn unterstreichen die wachsende öffentliche Nachfrage nach Maßnahmen gegen sexualisierte und digitale Gewalt. Die politischen Diskussionen über die geplanten Gesetzesänderungen dauern an, während Aktivistinnen und Aktivisten auf strengere Regelungen drängen, um Täter zur Verantwortung zu ziehen. Besonders im Rheinland hat das Thema eine große Resonanz gefunden – hier versprechen Initiativen, den Druck auf die Behörden aufrechtzuerhalten.

Quelle