Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Conrad PechelSpätverleihung des Karlspreises an belarussische Oppositionsfigur Kolesnikova - Maria Kolesnikowa erhält Karlspreis für ihren Kampf um Demokratie in Belarus
Die belarussische Oppositionsführerin Maria Kolesnikowa ist mit dem Internationalen Karlspreis für ihren Einsatz für Demokratie und freie Wahlen ausgezeichnet worden. Die feierliche Verleihung fand am Samstag, dem 14. März 2026, im historischen Krönungssaal von Aachen statt. Der Preis würdigt ihren "außergewöhnlichen Mut" während der Jahre ihrer Inhaftierung unter dem Regime von Alexander Lukaschenko.
In diesem Jahr teilte sich die Preisträgerin, der ehemalige italienische Ministerpräsident und Präsident der Europäischen Zentralbank, Mario Draghi, die Ehre. Der Karlspreis wird seit 1950 jährlich an Persönlichkeiten verliehen, die sich um die europäische Einigung verdient gemacht haben.
Kolesnikowa wurde 2020 während der Massenproteste gegen die umstrittene Wiederwahl Lukaschenkos zu einer bekannten Figur. Während viele Oppositionelle aus Belarus flohen, weigerte sie sich zu gehen und wurde später zu elf Jahren Haft in einer Strafkolonie verurteilt.
Ihre Freilassung erfolgte im Dezember 2025 nach Vermittlungsbemühungen der Vereinigten Staaten. Nach ihrer Entlassung erhielt sie in Deutschland politisches Asyl. Bei der Preisverleihung wurde ihre Widerstandsfähigkeit und ihr anhaltendes Engagement für demokratische Werte in Belarus hervorgehoben.
Zu den früheren Trägern des Karlspreises zählen Papst Franziskus, Emmanuel Macron und Bill Clinton. Das Preiskomitee lobte Kolesnikowas unerschütterlichen Standhaftigkeit trotz jahrelanger Haft und Unterdrückung. Stand März 2026 liegen keine weiteren Bestätigungen über die politische Lage in Belarus oder zusätzliche Haftentlassungen vor.
Die Auszeichnung Kolesnikowas folgt auf Jahre der Inhaftierung und ihre Weigerung, ihren Widerstand gegen Lukaschenkos Regierung aufzugeben. Der Preis unterstreicht ihre Rolle im Kampf um Demokratie in Belarus, auch wenn über die weitere politische Entwicklung im Land seit ihrer Freilassung wenig bekannt ist. Sie lebt derzeit unter politischem Asyl in Deutschland.