Mainz lockt mit kostenlosem Nahverkehr – Wiesbaden bleibt skeptisch
Francesco SchenkMainz lockt mit kostenlosem Nahverkehr – Wiesbaden bleibt skeptisch
Mainz führt seit Juli 2024 kostenlosen Nahverkehr an jedem ersten Samstag im Monat ein. Das Angebot gilt auch für benachbarte Gemeinden wie Budenheim, Wackernheim und Zornheim. Jeder dieser kostenfreien Verkehrstage schlägt mit rund 25.000 Euro zu Buche, was jährlich etwa 300.000 Euro ausmacht.
Mit der Aktion „Null-Euro-Samstag“ will die Stadt neue Fahrgäste gewinnen und den Besuch der Innenstadt fördern. An diesen Tagen steigt die Fahrgastzahl um etwa 20 Prozent, und auch das Fußgängeraufkommen nimmt spürbar zu. Die Verantwortlichen sehen das Projekt als Investition in langfristige Kundenbindung.
Wiesbaden hingegen hat ähnliche Pläne geprüft, aber verworfen. Stattdessen setzt die Stadt auf gezielte Aktionen, um die Kosten im Griff zu behalten. Die ESWE Verkehr, Betreiberin des ÖPNV in Wiesbaden, steht unter finanziellen und infrastrukturellen Herausforderungen. Diese Rahmenbedingungen führten zur Entscheidung, kostengünstigere Maßnahmen zu priorisieren – selbst wenn deren Wirkung auf das Mobilitätsverhalten weniger nachhaltig ist.
Während Mainz mit den kostenlosen Fahrttagen messbare Erfolge verzeichnet – mehr Fahrgäste und belebtete Straßen –, hat sich Wiesbaden aus finanziellen und betrieblichen Gründen für einen anderen Weg entschieden. Beide Städte müssen abwägen, wie sie die Vorteile gratis angebotener Mobilität mit ihren verfügbaren Ressourcen in Einklang bringen.






