Lotto-Skandal in Rheinland-Pfalz: SPD-Politiker Hering zieht nach Kritik zurück
Diethelm WeißLotto-Skandal in Rheinland-Pfalz: SPD-Politiker Hering zieht nach Kritik zurück
Eine umstrittene Personalie bei Lotto Rheinland-Pfalz ist nach heftiger Kritik zurückgezogen worden. Der langjährige SPD-Politiker Hendrik Hering sollte eigentlich Co-Geschäftsführer der Landeslotterie werden. Doch der öffentliche Aufschrei zwang ihn, nur einen Tag nach Bekanntwerden der Pläne von dem Vorhaben Abstand zu nehmen.
Der Skandal nahm seinen Lauf, als die Deutsche Presse-Agentur (dpa) aufdeckte, dass die SPD Hering für die gut dotierte Position vorgesehen hatte. Er sollte die Führung gemeinsam mit dem ehemaligen CDU-Landesvorsitzenden Christian Baldauf übernehmen – beide mit einem Jahresgehalt von rund 200.000 Euro. Kritiker warfen der Partei vor, hier politische Vetternwirtschaft zu betreiben, zumal Hering erst am 18. Mai 2026 als Präsident des Mainzer Landtages zurückgetreten war.
Gegenwind kam prompt von Oppositionspolitikern und Bürgern. Viele hielten die neue Stelle für überflüssig und forderten, die Mittel stattdessen in soziale Projekte zu stecken, die aus Lotterieerträgen finanziert werden. Der Druck wurde so groß, dass Hering am Freitag seinen Rückzug erklärte.
In einer Stellungnahme räumte er ein, die geplante Berufung könnte das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik beschädigen. Seine Entscheidung, einen Schritt zurückzutreten, fiel weniger als 24 Stunden, nachdem die Personalie öffentlich geworden war.
Die gescheiterte Berufung hinterlässt Lotto Rheinland-Pfalz vorerst mit nur einem einzigen Geschäftsführer. Die Affäre wirft einmal mehr Fragen nach politischem Einfluss auf öffentliche Institutionen auf. Die Landesregierung hat sich bisher noch nicht dazu geäußert, ob die zweite Führungsposition neu besetzt wird.






