Kraftstoffrabatt: Wer profitierte wirklich von der 1,6-Milliarden-Steuerentlastung?
Hans-Jürgen ZirmeKraftstoffrabatt: Wer profitierte wirklich von der 1,6-Milliarden-Steuerentlastung?
Eine aktuelle Studie hat untersucht, wie der deutsche Kraftstoffrabatt an die Verbraucher weitergegeben wurde. Die Maßnahme kostete 1,6 Milliarden Euro und sollte die steigenden Spritpreise abfedern. Die Ergebnisse zeigen, dass die Ersparnisse bei Superbenzin largely bei den Autofahrern ankamen, während die Vorteile bei Diesel weniger deutlich ausfielen.
Das ifo Institut stellte fest, dass die Rabatte auf Super E5 und Super E10 fast vollständig an die Kunden weitergegeben wurden. Die Ersparnisse von 17 bzw. 16 Cent pro Liter entsprachen nahezu exakt der Steuerentlastung. Für die Analyse verglich das Institut die deutschen Preise mit denen in Frankreich.
Allerdings deuteten Untersuchungen der Monopolkommission darauf hin, dass der Rabatt nicht immer vollständig an die Fahrer weitergereicht wurde. Der Mineralölwirtschaftsverband (en2x) hatte behauptet, die Ermäßigung sei vollständig weitergegeben worden, doch die Ergebnisse des ifo Instituts widersprachen dieser Aussage. Bei Diesel verblieb ein Teil des Rabatts bei den Mineralölkonzernen, sodass die Verbraucher nicht in vollem Umfang profitierten.
Die beiden Studien nutzten unterschiedliche Methoden, um die Auswirkungen des Rabatts zu bewerten – was die abweichenden Ergebnisse bei der Weitergabequote erklären könnte.
Das Kraftstoffrabatt-Programm soll Anfang Juli auslaufen. Mit dem Ende der temporären Steuersenkung wird ein erneuter Preisanstieg erwartet. Die Diskussion darüber, in welchem Maße Autofahrer tatsächlich entlastet wurden, dürfte weitergehen – denn die verschiedenen Analysen liefern keine eindeutige Antwort.
