Kölner Stadttore werden zu lebendigen Karnevals-Hochburgen der Tradition
Hans-Jürgen ZirmeKölner Stadttore werden zu lebendigen Karnevals-Hochburgen der Tradition
Kölner mittelalterliche Stadttore und Mauern spielen noch heute eine lebendige Rolle in den Karnevalstraditionen der Stadt. Zwar keines der vier ursprünglichen Tore – Eigelsteintor, Hahnentor, Severinstor und Ulrepforte – in seiner ersten Form erhalten ist, doch Teile der alten Befestigungsanlagen beherbergen heute Karnevalsvereine. Diese Gruppen haben es sich zur Aufgabe gemacht, die historischen Bauwerke zu restaurieren und zu erhalten – und gleichzeitig lokale Bräuche am Leben zu halten.
Das Hahnentor, eines der vier verbliebenen mittelalterlichen Tore, dient als Sitz der Kölner EhrenGarde. Der 1902 gegründete Corps widmet sich den Karnevalsfeiern, traditionellen Tänzen und Reitvorführungen. Zudem begleiten sie als Ehreneskorte den Bauern und die Jungfrau – zwei zentrale Figuren in den Kölner Karnevalsumzügen.
In der Nähe kümmern sich zwei traditionsreiche Karnevalsvereine um Abschnitte der alten Stadtmauer: die Roten Funken und die Blauen Funken. Die Roten Funken, deren Wurzeln bis zu den StadtSoldaten des 17. Jahrhunderts zurückreichen, führen bei Karnevalsveranstaltungen satirische Tänze auf. Ihr Vereinslokal befindet sich an der Ulrepforte, einst ein südliches Tor in Rheinnähe. Vor ihrem Geschäft steht heute eine lebensgroße Bronzefigur eines Funkens – und Besucher können sie auf der Website des Vereins sogar "sprechen" hören.
Die Blauen Funken spalteten sich 1870 von den Roten Funken ab und sicherten sich seither die Spitzenposition im Rosenmontagszug. Beide Gruppen treffen sich in erhaltenen Mauerabschnitten und sorgen dafür, dass das historische Mauerwerk intakt bleibt. Auch andere Vereine wie die Prinzen-Garde Köln 1906 (Spitzname Mählsack, also "Mehlsäcke") tragen durch die Restaurierung von Teilen der alten Befestigung dazu bei.
Durch ihr Engagement haben die Kölner Karnevalsvereine Abschnitte der mittelalterlichen Mauer in lebendige Kulturorte verwandelt. Die restaurierten Tore und Türme dienen heute als Treffpunkte für Traditionen, die bis ins Mittelalter zurückreichen. Indem sie diese Stätten erhalten, bewahren die Vereine nicht nur das architektonische Erbe der Stadt, sondern auch ihren lebendigen Karnevalsgeist.






