Knaufs Gipsabbau bei Würzburg gefährdet Trinkwasserversorgung der Region
Conrad PechelKnaufs Gipsabbau bei Würzburg gefährdet Trinkwasserversorgung der Region
Die Regierung von Unterfranken hat die Pläne des Konzerns Knauf zum Gipsabbau in der Nähe von Würzburg geprüft. Das Vorhaben könnte die Trinkwasserversorgung der Stadt und der umliegenden Regionen beeinträchtigen. Eine endgültige Entscheidung über die Genehmigung steht nun noch in diesem Jahr durch das Bergamt Nordbayern aus.
Knauf plant, über einen Zeitraum von 50 Jahren jährlich eine Million Tonnen Gips unterirdisch abzubauen. Laut der Bewertung der Regierung bestehe bei Einhaltung strenger Auflagen keine unkontrollierbare Gefahr durch den Abbau. Ein Restrisiko bleibe zwar bestehen, werde aber als beherrschbar eingestuft – bei einem Absinken des Grundwasserspiegels müssten die Arbeiten eingestellt werden.
Das Unternehmen begrüßte die Einschätzung der Regierung als weitere fachliche Bestätigung. Die Grünen kritisierten die Bewertung hingegen scharf und warfen ihr vor, die Bedrohung für das Trinkwasser zu verharmlosen. Eine Online-Petition gegen das Projekt hat bereits über 5.600 Unterschriften gesammelt.
Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens wurden 79 Behörden angehört und rund 4.300 Einwendungen aus der Bevölkerung geprüft. Da das Gebiet für die Wasserversorgung Würzburgs von zentraler Bedeutung ist, sind die Bedenken hinsichtlich möglicher Umweltauswirkungen besonders groß.
Die endgültige Entscheidung über das Vorhaben trifft das Bergamt Nordbayern bis Jahresende. Knauf muss sich an strenge Auflagen halten, um mit dem Abbau beginnen zu können. Das Ergebnis wird entscheiden, ob die Gipsförderung unter den vorgeschlagenen Schutzmaßnahmen stattfinden wird.
