20 April 2026, 20:17

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen für die Modemarke

Schwarze und weiße Visitenkarte für Jackson & Damper Senfhersteller, gelegen an Nr. 2, Primrose Street, Bishopgate, London.

Joe Lycett wird zu Hugo Boss – ein Protest mit Folgen für die Modemarke

Der Komiker Joe Lycett hat seinen Namen offiziell in Hugo Boss ändern lassen – als Protest gegen die Modemarke. Der Schritt folgt auf eine Reihe von Abmahnungen, mit denen das Unternehmen kleine Betriebe und gemeinnützige Organisationen bedrängt, die das Wort "BOSS" in ihrem Namen führen. Betroffen war unter anderem die Boss Brewing-Brauerei in Swansea, die nach einer Warnung des Konzerns mit Anwaltskosten in Höhe von 10.000 Pfund konfrontiert war.

Das Modeimperium, 1924 gegründet, blickt auf eine lange und umstrittene Geschichte zurück. Sein Gründer, Hugo Ferdinand Boss, war Mitglied der NSDAP und Unterstützer Adolf Hitlers. Während des Zweiten Weltkriegs fertigte das Unternehmen Uniformen für die SS an. 2011 entschuldigte sich die Marke öffentlich für das Leid, das in einer unter nationalsozialistischer Herrschaft betriebenen Fabrik verursacht worden war.

In jüngster Zeit geht Hugo Boss gezielt gegen kleinere Organisationen vor, die "BOSS" in ihren Namen verwenden. Die Wohltätigkeitsorganisation DarkGirlBoss erhielt eine juristische Warnung, als sie versuchte, ihren Namen als Marke eintragen zu lassen. Auch die Brauerei in Swansea sah sich mit Klagen konfrontiert und musste hohe Summen für die Verteidigung ihres Namens aufbringen.

Lycett kündigte die Namensänderung in seiner Sendung "Got Your Back" an. Zudem kündigte er scherzhaft die Veröffentlichung eines neuen Produkts unter dem Namen Hugo Boss an. Der Komiker betonte jedoch, dass er – anders als der ursprüngliche Hugo Boss – keine Uniformen für die Nazis hergestellt habe.

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Die Modemarke erwirtschaftet heute über 2,3 Milliarden Pfund Jahresumsatz, doch ihre aggressive juristische Vorgehensweise stößt bei Unternehmen und Prominenten gleichermaßen auf Kritik. Lycetts Protest lenkt die Aufmerksamkeit auf den anhaltenden Konflikt zwischen Großkonzernen und kleineren Betrieben um Markenrechte. Zu den Geschädigten zählen unter anderem Boss Brewing und DarkGirlBoss. Mit seiner Namensänderung und der angekündigten Produktlinie setzt der Komiker die Durchsetzungsmethoden des Unternehmens weiter unter Druck.

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