25 March 2026, 20:12

Historischer Tarifabschluss in der Chemieindustrie: Lohnerhöhungen und Jobschutz ohne Streiks

Seite aus einem Buch mit dem Titel "Deutsches Patent 114,000,000" mit einer technischen Zeichnung einer Maschine auf der rechten Seite.

Historischer Tarifabschluss in der Chemieindustrie: Lohnerhöhungen und Jobschutz ohne Streiks

Die deutsche chemisch-pharmazeutische Industrie hat für ihre 585.000 Beschäftigten einen neuen Tarifabschluss erzielt. Die Einigung zwischen der Gewerkschaft IG BCE und dem Arbeitgeberverband BAVC verhindert Streiks und sieht schrittweise Lohnerhöhungen über zwei Jahre vor. Zudem wird ein Beschäftigungssicherungsfonds eingerichtet, um die Belegschaften angesichts der anhaltenden wirtschaftlichen Herausforderungen zu schützen.

Der Abschluss ist der erste große Tarifvertrag in der deutschen Industrie in diesem Jahr. Im Gegensatz zu früheren Verhandlungen kam es zu keiner Arbeitsniederlegung – der letzte Streik in der chemischen Industrie liegt bereits 53 Jahre zurück, im Jahr 1971.

Die Löhne bleiben von März bis Dezember 2026 unverändert. Ab Januar 2027 steigen die Gehälter um 2,1 Prozent, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 2,4 Prozent im Januar 2028. Die Laufzeit des Tarifvertrags endet im Mai 2028.

Die Arbeitgeber zahlen 2026 und 2027 jährlich 300 Euro pro Beschäftigtem in den Beschäftigungssicherungsfonds ein, was insgesamt rund 350 Millionen Euro ergibt. Dieser Fonds soll den Erhalt von Standorten, Umschulungsprogramme und die Einführung verkürzter Arbeitszeiten finanzieren. Konkrete Regelungen zur Umsetzung dieser Maßnahmen stehen jedoch noch aus und müssen intern abgestimmt werden.

Die Branche, die mit einem Umsatz von 220 Milliarden Euro im Jahr 2025 die drittgrößte Industrie Deutschlands ist, leidet unter hohen Energiepreisen, US-Zöllen, schwacher Nachfrage und globalen Überkapazitäten. Viele Unternehmen haben bereits Stellenstreichungen und Sparprogramme angekündigt.

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Der Tarifabschluss schafft Planungssicherheit bei den Löhnen und Schutz für Hunderttausende Arbeitsplätze. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben es geschafft, Konflikte zu vermeiden und gleichzeitig die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der Branche anzugehen. Ob der Fonds seine Wirkung entfaltet, hängt davon ab, wie die Unternehmen die geplanten Maßnahmen in den kommenden zwei Jahren umsetzen.

Quelle