31 March 2026, 10:16

Hettich verschiebt Lohnerhöhung – Mitarbeiter verlieren über 1.000 Euro pro Jahr

Plakat mit Text, der finanzielle Unterstützung oder Einberufung während einer Krise fordert, mit einer Waagschalen-Illustration links daneben.

Hettich verschiebt Lohnerhöhung – Mitarbeiter verlieren über 1.000 Euro pro Jahr

Hettich verschiebt geplante Lohnerhöhung um ein Jahr

Der Möbelbeschlaghersteller Hettich mit Sitz in Kirchlengern hat eine geplante Lohnerhöhung von 3,1 Prozent für seine Mitarbeiter um ein Jahr verschoben. Der Schritt erfolgt vor dem Hintergrund finanzieller Belastungen durch stark gestiegene Energiekosten und einen stagnierenden Markt. Über 90 Prozent der Belegschaft haben der Verschiebung zugestimmt, die dem Unternehmen zwar Millionen einspart, den Beschäftigten jedoch im kommenden Jahr mehr als 1.000 Euro pro Person kostet.

Die deutsche Möbelzuliefererbranche kämpft seit drei Jahren mit schwacher Preisentwicklung – trotz der allgemeinen Inflation sind die Preise kaum gestiegen. Im März 2026 stieg der Verbraucherpreisindex für Möbel und Haushaltswaren lediglich um 0,1 Prozent, während die Gesamtinflation bei 2,9 Prozent lag. Die Energiekosten, insbesondere für Öl, schnellen aufgrund des Iran-Kriegs und der Blockade der Straße von Hormus um 27,5 Prozent in die Höhe und setzen Hersteller wie Hettich unter Druck.

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Die Entscheidung, die für April vorgesehene Lohnerhöhung zu verschieben, stößt bei der Gewerkschaft IG Metall, die die Belegschaft vertritt, auf Kritik. Das Unternehmen betont, dass kein Mitarbeiter unter Druck gesetzt worden sei, und hebt hervor, dass die Teilnahme an der Verschiebung freiwillig erfolgt sei. Dennoch wird die Maßnahme das Nettoeinkommen der Beschäftigten in den nächsten zwölf Monaten um über 1.000 Euro pro Person mindern.

Durch die Verschiebung der Lohnerhöhung erwartet Hettich eine Entlastung der eigenen Finanzlage in Höhe von mehreren Millionen Euro. Doch die Entscheidung spiegelt auch die größeren Herausforderungen der Branche wider: Hohe Energiekosten, Lieferkettenprobleme und eine schwache Nachfrage haben zu Stellenabbau und Insolvenzen geführt. Die Mitarbeiter müssen nun ein weiteres Jahr auf die geplante Gehaltserhöhung warten.

Quelle