Helene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Schritt
Francesco SchenkHelene Bubrowski wird erste Mitverlegerin der FAZ – ein historischer Schritt
Die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) hat Helene Bubrowski zur neuen Mitverlegerin ernannt – ein historischer Wechsel in der Führung des Blattes. Sie wird als erste Frau in den bisher ausschließlich männlich besetzten Verlagsrat einziehen, der seit Gründung der Zeitung in dieser Form bestand. Die Ernennung tritt am 1. Januar 2027 in Kraft und unterstreicht die anhaltende ideologische Neuausrichtung der FAZ.
Bubrowski arbeitet seit 2013 für die FAZ, zunächst als politische Redakteurin und später als Berlin-Korrespondentin. Ihre Berichterstattung hat maßgeblich dazu beigetragen, dass sich die Zeitung schrittweise in Richtung einer gemäßigteren, linksliberalen Haltung bewegt – näher an der Linie von Grünen und SPD. Diese Entwicklung setzte nach dem Tod des Mitverlegers Frank Schirrmacher 2014 ein.
2025 erhielt Bubrowski den Theodor-Wolff-Preis für ihren Essay „Warum den Deutschen ein bisschen mehr Optimismus guttun würde“. Ihre Arbeit steht exemplarisch für den Wandel der FAZ, die sich zunehmend von ihren traditionell konservativen Wurzeln löst. Drei der vier Mitverleger, darunter Bubrowski, gelten inzwischen als Reformer, die die inhaltliche Ausrichtung der Zeitung prägen.
Das Führungsmodell der FAZ bleibt in Deutschland einzigartig: Der Verlagsrat wird von vier Mitverlegern geleitet, die sich die Verantwortung teilen und die redaktionellen Aufgaben untereinander aufteilen. Diese Struktur hat es ermöglicht, den politischen Ton der Zeitung behutsam, aber gezielt zu verändern.
Mit Bubrowskis Berufung festigt die FAZ ihren Kurs hin zu einer progressiveren Grundhaltung. Als erste Frau im Verlagsrat verstärkt sie ein Führungsteam, das zunehmend von modernisierenden Stimmen geprägt wird. Der Wandel spiegelt nicht nur die Entwicklung der FAZ wider, sondern auch den größeren Umbruch in den deutschen Medien.






