Hamburgs Kreuzfahrthafen wächst – doch die Umweltbilanz bleibt fraglich
Francesco SchenkHamburg bleibt Deutschlands größter Kreuzfahrthafen - Hamburgs Kreuzfahrthafen wächst – doch die Umweltbilanz bleibt fraglich
Hamburg hat seine Position als führender deutscher Kreuzfahrthafen weiter ausgebaut und 2023 rund 1,4 Millionen Passagiere begrüßt. Zudem verzeichnete der Hafen einen Anstieg um 25 Prozent bei Schiffen, die Landstrom nutzten – eine Maßnahme, die die Emissionen während der Liegezeit reduziert. Dennoch bleibt die Branche auf See weiterhin stark von fossilen Brennstoffen für den Antrieb abhängig.
Im vergangenen Jahr liefen 295 Kreuzfahrtschiffe Hamburg an, was einem Plus von 100.000 Passagieren im Vergleich zu 2022 entspricht. Die drei Terminals der Stadt – HafenCity, Altona und Steinwerder – werden bis 2024 sämtlich über Landstromanschlüsse verfügen und damit die EU-Vorgaben vorzeitig erfüllen. 2023 nutzten 162 Schiffe die Stromversorgung an Land, was 71 Prozent der infrage kommenden Anläufe abdeckte.
Immer mehr Reisende verlängern ihren Aufenthalt: Mittlerweile bleiben 38 Prozent mindestens eine Nacht in Hamburg – 2016 waren es erst 20 Prozent. Diese Übernachtungsgäste geben im Schnitt 133,59 Euro vor Ort aus und stärken so die lokale Wirtschaft. Umweltverbände wie der NABU weisen jedoch darauf hin, dass die Branche bei der Verringerung ihrer Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen nur langsam vorankommt.
Der NABU setzt sich seit 2011 für umweltfreundlichere Kreuzfahrtbetriebe ein und fordert geringere Emissionen sowie eine stärkere Nutzung von Landstrom. Zwar anerkennt die Organisation die jüngsten Fortschritte, doch sie drängt weiterhin auf umfassendere Reformen in der gesamten Branche.
Bald werden alle Hamburger Kreuzfahrtterminals Landstrom anbieten – ein wichtiger Schritt zur Reduzierung der Hafenemissionen. Während die Passagierzahlen und wirtschaftlichen Vorteile für die Stadt weiter steigen, bleibt die Abkehr von fossilen Brennstoffen in der Schifffahrt jedoch eine ungelöste Herausforderung. Der NABU kündigte an, auch in den kommenden Jahren weiter für strengere Umweltreformen zu kämpfen.






