Grüne in Rheinland-Pfalz vor Rückkehr in die Opposition nach 15 Regierungsjahren
Diethelm WeißGrüne in Rheinland-Pfalz vor Rückkehr in die Opposition nach 15 Regierungsjahren
Die Grünen in Rheinland-Pfalz stehen nach 15 Jahren in der Regierung vor der Rückkehr in die Opposition. Erste Prognosen sehen die Partei bei der Landtagswahl 2026 bei etwa acht Prozent der Stimmen. Die 49-jährige Spitzenkandidatin Katrin Eder hat das enttäuschende Ergebnis eingeräumt, bleibt aber entschlossen, die Klimapolitik weiter voranzutreiben.
Die Wahl verzeichnete eine Wahlbeteiligung von 68,5 Prozent – die höchste seit 2016. Das entspricht einem Anstieg um 4,2 Prozentpunkte gegenüber 2021, wobei fast die Hälfte der Stimmen per Briefwahl abgegeben wurde. In städtischen Gebieten war die Beteiligung besonders hoch, während Parteien wie AfD, Die Linke und BSW dort weniger Zuspruch erhielten.
Katrin Eder, seit langem eine engagierte Verfechterin des Klimaschutzes, setzte im Wahlkampf klare Akzente auf grüne Politik. Als ehemalige Stadträtin und Mitarbeiterin im Umweltministerium des Landes grenzte sie die Grünen in der heißen Phase des Wahlkampfs von ihren SPD-Koalitionspartnern ab. Trotz ihres Einsatzes hatte die Partei in einem von zwei größeren Konkurrenten dominierten Rennen Schwierigkeiten.
Mit den Grünen als Teil einer kleinen demokratischen Opposition wird ihre Rolle im neuen Landtag begrenzt sein. Die Große Koalition bleibt an der Macht, während die AfD an Stärke gewonnen hat. Eder zeigte sich stolz auf das Ergebnis, hat aber noch nicht bestätigt, ob sie die Fraktion führen wird.
Die Grünen werden damit erstmals seit über einem Jahrzehnt wieder aus der Opposition heraus agieren. Ihr Einfluss auf die Klimapolitik wird davon abhängen, wie wirksam sie die Große Koalition herausfordern. Die künftige Ausrichtung der Partei hängt auch von internen Entscheidungen ab – darunter die mögliche Führungsrolle Eders.






