Geisterhafte Militärruine Ostervilm für 60.000 Euro versteigert – doch wer darf sie nutzen?
Francesco SchenkGeisterhafte Militärruine Ostervilm für 60.000 Euro versteigert – doch wer darf sie nutzen?
Verlassene Militärruine auf Pfählen: Ostervilm für 60.000 Euro versteigert
Eine verlassene Militärruine auf Stelzen, bekannt als Ostervilm, wurde bei einer Auktion für 60.000 Euro verkauft. Die abgelegene Anlage liegt vor der deutschen Ostseeküste in der Nähe der Insel Vilm, die einst als Ferienrückzugsort für die Führungselite der DDR diente. Doch trotz ihrer ungewöhnlichen Vergangenheit stehen dem neuen Besitzer erhebliche Hürden bevor, bevor er das Gebäude überhaupt betreten kann.
Ursprünglich handelte es sich bei Ostervilm um ein gesperrtes Marinestützpunkt, der zur Entmagnetisierung von Kriegsschiffrümpfen genutzt wurde. Das auf 600 Holzpfählen errichtete Gebäude besteht aus einem Betonrahmen, der mit Eisenplatten und Holz verkleidet ist. Die deutsche Marine betreibt noch heute ähnliche Einrichtungen in Kiel und Wilhelmshaven.
Die Insel wurde mit einem Mindestgebot von 39.000 Euro zur Versteigerung angeboten. Am 4. Juni wechselte sie für 60.000 Euro den Besitzer. Doch der Käufer könnte Schwierigkeiten haben, das Objekt überhaupt zu nutzen. Ostervilm liegt in einer exponierten „Außenzone“ ohne Anschluss an Abwasser, Wasser oder Strom. Eine legale Nutzung ist ohne Baugenehmigung unmöglich – und diese würde einen genehmigten Bebauungsplan voraussetzen, was in einer derart abgelegenen Lage unwahrscheinlich ist.
In Sichtweite von Vilm, wo einst der Ministerrat der DDR seine Ferien verbrachte, bleibt Ostervilm eine Kuriosität. Experten warnen, dass Käufer hier „die Katze im Sack“ kaufen – mit ungewisser Zukunft für die verfallende Anlage.
Der Verkauf von Ostervilm hat zwar den Besitzer gewechselt, doch die Anlage bleibt unzugänglich und unbrauchbar. Ohne Infrastruktur oder behördliche Genehmigungen erbt der neue Eigentümer ein Relikt des Kalten Krieges – ohne klaren Weg zur Sanierung oder Nutzung.






