Galeria kämpft ums Überleben: 160-Millionen-Notkredit als letzte Rettung
Francesco SchenkGaleria kämpft ums Überleben: 160-Millionen-Notkredit als letzte Rettung
Galeria-Kaufhauskette steckt in tiefen finanziellen Schwierigkeiten und braucht dringend frisches Kapital, um den Kollaps abzuwenden. Das Unternehmen verhandelt derzeit über ein Notkredit in Höhe von 160 Millionen Euro mit dem US-Investor Gordon Brothers, um die Liquidität zu sichern. Ohne diese finanzielle Spritz könnte die Kette bereits in diesem Sommer Insolvenz anmelden müssen.
Galeria kämpft mit monatlichen Verlusten in Millionenhöhe. Um an Bargeld zu kommen, hat das Unternehmen in seinen 83 Filialen Rabattaktionen von bis zu 70 Prozent gestartet. Die Einnahmen fließen vor allem in die Bezahlung der 12.000 Mitarbeiter sowie in die Begleichung rückständiger Mietschulden.
CEO Tilo Hellenbock hat bereits Neuware-Bestellungen stark reduziert, um die finanzielle Belastung nicht weiter zu verschärfen. Scheitert die Kreditvereinbarung mit Gordon Brothers, könnte das Aus für die gesamte Kette bedeuten. Selbst mit den 160 Millionen Euro zweifeln Experten jedoch daran, dass dies für eine langfristige Stabilisierung ausreicht.
Der Sanierungsplan von Gordon Brothers sieht vor, rund 30 Filialen zu schließen und die Verkaufsflächen zu verringern. Die verbleibenden Bereiche sollen an externe Mieter vermietet werden, um die Kosten zu senken. Ziel ist es, das Unternehmen bis 2028 wieder in die Gewinnzone zu führen. Doch die Zukunft einiger Standorte, wie etwa der Filiale in der Mainzer Altstadt, bleibt ungewiss.
Der geplante Kredit würde eine bestehende Schuldenlast von 80 Millionen Euro umschulden und dringende Ausgaben decken. Wird das Rettungspaket genehmigt, könnte zumindest ein Teil des Unternehmens gerettet werden. Ohne die Mittel droht Galeria jedoch bereits in wenigen Monaten die Schließung weiterer Filialen – bedingt durch Lagerengpässe und finanziellen Druck.






