Fünf neue Traditionen im deutschen Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen
Francesco SchenkFünf neue Traditionen im deutschen Kulturerbe-Verzeichnis aufgenommen
Deutschland hat sein Bundesweites Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes um fünf neue Traditionen erweitert. Die aktualisierte Liste umfasst nun 173 lebendige kulturelle Praktiken, die im ganzen Land bewahrt werden. Vertreter der Behörden betonten, wie diese Bräuche Kreativität, Vielfalt und Innovation im Alltag widerspiegeln.
Die neu aufgenommenen Traditionen decken ein breites Spektrum ab: Die Bolzplatz-Kultur (Straßenfußball), das Herrenschneiderhandwerk (maßgeschneiderte Herrenmode), die Martinsumzüge im Rheinland sowie die Schaustellerkultur auf Volksfesten und der kleinteilige Küstenfischfang in der Ostsee und den Boddengewässern wurden in das Verzeichnis aufgenommen.
Deutschland trat 2013 der UNESCO-Konvention bei und verpflichtete sich damit, solche kulturellen Ausdrucksformen zu schützen. Bevor eine Praxis aufgenommen wird, durchläuft sie ein strenges Prüfverfahren durch das Fachkomitee für immaterielles Kulturerbe. Der Auswahlprozess umfasst mehrere Stufen, um Authentizität und gesellschaftliche Bedeutung zu gewährleisten.
Christoph Wulf, Vizepräsident der Deutschen UNESCO-Kommission, erklärte, dass immaterielles Kulturerbe dann gedeiht, wenn Menschen Wissen aktiv teilen und Traditionen gemeinsam gestalten. Katharina Binz, Präsidentin der Kultusministerkonferenz, unterstrich dies und betonte, dass die tägliche Teilhabe diese Bräuche lebendig hält. Wolfram Weimer, der Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, bezeichnete das immaterielle Erbe als Grundpfeiler der modernen kulturellen Identität.
Die UNESCO-Konvention zum Schutz des immateriellen Kulturerbes wurde 2003 verabschiedet. Seitdem haben 185 Staaten sie ratifiziert und stärken so die weltweiten Bemühungen zum Erhalt lebendiger Traditionen.
Mit den fünf Neuzugängen umfasst das deutsche Verzeichnis nun 173 anerkannte Praktiken. Diese Traditionen werden weiterhin dokumentiert und als Teil des kulturellen Erbes des Landes gefördert. Der Auswahlprozess bleibt für künftige Vorschläge aus ganz Deutschland offen.






