30 May 2026, 10:11

Frankreich verschiebt Microsoft-Ausstieg – und zahlt bald mehr für Software

Regierung setzt weiter auf Microsoft

Frankreich verschiebt Microsoft-Ausstieg – und zahlt bald mehr für Software

Frankreich hat seinen Ausstieg aus den Microsoft-Diensten verzögert, indem es einen wichtigen Softwarevertrag verlängert hat. Die Vereinbarung, die ursprünglich im Juni 2026 auslaufen sollte, gilt nun unter denselben Bedingungen ein weiteres Jahr. Kritiker werfen der Regierung vor, mit dieser Entscheidung öffentliche Behörden weiterhin von US-Technologieanbietern abhängig zu halten – trotz geplanter Umstellungen auf Alternativen.

Die französische Regierung hat das Ende ihres Rahmenvertrags mit Microsoft auf den 30. Juni 2027 verschoben. Eigentlich hätte der Vertrag Mitte 2026 gekündigt werden können, doch die Verantwortlichen entschieden sich für eine Verlängerung. Nach den neuen Bedingungen müssen Behörden ab Juli 2026 mit Preiserhöhungen von bis zu 13 Prozent für Microsoft 365 rechnen.

Der Vertrag ermöglicht es öffentlichen Einrichtungen zwar, weiterhin Microsoft-Produkte zu nutzen, verpflichtet sie aber nicht dazu. Behörden, die vor der Preiserhöhung nicht auf alternative Software umsteigen, müssen die zusätzlichen Kosten selbst tragen. Allein im Jahr 2021 gaben Bundesbehörden und Fördermittelempfänger fast 500 Millionen Euro für Microsoft-Dienste aus.

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Rebecca Lenhard, die digitalpolitische Sprecherin der Grünen, kritisierte die Verlängerung scharf. Sie bezeichnete die Entscheidung als vertane Chance, sich von US-Anbietern zu lösen und langfristig Kosten zu sparen. Gleichzeitig gibt es kein zentrales System, das die gesamten Staatsausgaben für große Technologiekonzerne erfasst – ein Mangel an Transparenz bleibt bestehen.

Die einjährige Verlängerung sichert Microsoft weiterhin eine Schlüsselrolle als Lieferant für französische Behörden. Wer bis Mitte 2026 noch auf die Software des Konzerns setzt, muss mit höheren Rechnungen rechnen – es sei denn, es erfolgt vorher ein Wechsel zu Alternativen. Die Entscheidung unterstreicht die anhaltende Abhängigkeit von US-Technologie, obwohl Frankreich langfristig einen Ausstieg plant.

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