23 May 2026, 20:13

Erlangen verbietet diskriminierende Partyhits auf dem Bergkirchweih-Fest

Ich bin der Herr von Erlangen, Euer Nachbar vom Lande

Erlangen verbietet diskriminierende Partyhits auf dem Bergkirchweih-Fest

Erlangens Stadtrat verbietet Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ beim Bergkirchweih-Fest

Der Erlanger Stadtrat hat Maßnahmen ergriffen, um auf dem diesjährigen Bergkirchweih-Fest Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ zu verbieten. Der Schritt folgt einer Beschwerde einer Frau, die belästigt worden sein soll und sich durch die gespielte Musik unwohl fühlte. Bei fast einer Million erwarteter Besucher setzen sich die Verantwortlichen für ein Fest „ganz besonders frei von Diskriminierung“ ein.

Die Entscheidung geht auf einen Beschluss des Stadtrats aus dem Jahr 2021 zurück, der von Mitgliedern von CSU, Linken und SPD unterstützt wurde. Eine Frau hatte sich bei den Nürnberger Nachrichten über aggressives Verhalten und anstößige Lieder beim Fest beschwert – dies löste eine Überprüfung aus. Die Gleichstellungsbeauftragten der Grünen, Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck, untersuchten daraufhin „problematische Partylieder“.

Die Stadtverwaltung hat nun mehrere klassische Partyhits auf eine Liste „sexistischer“ Lieder gesetzt, die vermieden werden sollen. Darunter befinden sich Titel von Mickie Krause und Peter Wackel, die für ihre derben Ballermann-Schlager bekannt sind. Selbst satirische Lieder wie „Skandal im Sperrbezirk“ wurden indiziert. Einige Wirte zeigen sich jedoch skeptisch und ziehen Vergleiche zur Zensurpraxis der DDR.

Peter Wackel, dessen Song „Joana“ die Zeile „Du geile Sau“ enthält, gab an, nicht überrascht zu sein, dass immer mehr Künstler „keine Lust mehr“ hätten, in Deutschland aufzutreten. Kritiker spotten über die neuen Regeln und vergleichen sie mit dem Spruch: „Ich bin der Herr, dein spießiger Nachbar!“

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Die überarbeiteten Richtlinien des Festes zielen auf eine inklusivere Atmosphäre ab. Wirte und Künstler reagieren jedoch mit Widerstand und hinterfragen das Vorgehen. Die Debatte über Zensur und kulturelle Normen beim Bergkirchweih wird voraussichtlich anhalten, während das Event näher rückt.

Quelle