Dobrindt lehnt Warnungen vor AfD-Machtübernahme in Ostdeutschland ab
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hat Warnungen vor einem möglichen Machtgriff der rechtspopulistischen AfD nach den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland zurückgewiesen. Er stellte die Notwendigkeit von Notfallvorkehrungen infrage und argumentierte, dass solche Maßnahmen an Glaubwürdigkeit mangeln und sogar kontraproduktiv sein könnten.
Seine Äußerungen folgen auf Bedenken, die Thüringens Innenminister Georg Maier geäußert hatte. Maier warnte vor einem möglichen „Putschversuch“, falls die AfD in Sachsen-Anhalt die Regierungsmacht übernimmt. Die Debatte war entbrannt, nachdem Ulrich Siegmund, Spitzenkandidat der AfD in Sachsen-Anhalt, Pläne bekanntgegeben hatte, 150 bis 200 Stellen in der Landesverwaltung zu ersetzen, sollte seine Partei an die Regierung kommen. Maier forderte daraufhin Schutzmaßnahmen, um zu verhindern, dass sensible Sicherheitsinformationen in die falschen Hände geraten.
Dobrindt lehnte diese Forderungen ab und betonte, es gebe keine Beweise für ernsthafte ausländische Einmischung in die Wahlen. „Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass eine aktive Manipulation des Wahlprozesses von außen stattfindet“, erklärte er. Zudem sehe er keine Zunahme solcher Aktivitäten vor der für September geplanten Abstimmung.
Zwar räumte Dobrindt ein, dass es seit Langem Desinformationskampagnen in sozialen Medien gebe – teilweise mit Beteiligung ausländischer Akteure –, doch warnte er davor, sich auf worst-case-Szenarien zu konzentrieren. Stattdessen unterstrich er die Bedeutung politischer Initiativen, um eine Regierungsbeteiligung der AfD zu verhindern. Sein Ziel sei es, Mehrheiten zu schaffen, die die Partei von der Macht fernhalten.
Dobrindt hinterfragte auch, wie wirksam Vorsorgemaßnahmen gegen eine unwahrscheinliche Alleinregierung der AfD überhaupt wären. Er verwies darauf, dass noch Zeit bleibe, um auf Bedenken zu reagieren, da die Wahlen erst in einigen Monaten anstehen.
Der Streit spiegelt die Spannungen wider, die mit dem wachsenden Einfluss der AfD in Ostdeutschland einhergehen. Dobrindts Haltung steht im Kontrast zu den Warnungen von Landesvertretern, die bei einem Machtgewinn der Partei tiefgreifende Veränderungen in der Verwaltung befürchten. Die Wahlen im September werden zeigen, ob solche Vorsichtsmaßnahmen überhaupt notwendig werden.






