Deutschlandticket: Erfolg mit 14,5 Millionen Nutzer:innen – doch die Zukunft bleibt ungewiss
Hans-Jürgen ZirmeDeutschlandticket: Erfolg mit 14,5 Millionen Nutzer:innen – doch die Zukunft bleibt ungewiss
Deutschlands 49-Euro-Monatsticket startete am 1. Mai 2023 – als Anreiz für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel
Das Deutschlandticket verzeichnete schnell 14,5 Millionen Nutzer:innen und sparte im vergangenen Jahr mindestens eine halbe Milliarde Liter Sprit ein. Doch statt das Angebot auszubauen, setzt die Bundesregierung nun wieder auf eine Spritpreissubvention.
Das Ticket ermöglichte unbegrenzte Fahrten in Regional- und Nahverkehr bundesweit und vereinfachte das komplizierte Tarifsystem – ein wichtiger Schritt für mehr Barrierefreiheit im ÖPNV. Trotz des Erfolgs stockt das Wachstum jedoch seit Monaten: Die finanziellen Belastungen für Verkehrsbetriebe sind zu groß.
Der Preis stieg 2024 auf 63 Euro, ab 2027 sind jährliche Anpassungen geplant. Um das Ticket zu stützen, sicherten Bund und Länder zu, bis 2030 jährlich drei Milliarden Euro für Deckungslücken bereitzustellen. Experten schätzen, dass durch gezielte Werbung und die Rückgewinnung ehemaliger Kund:innen bis zu 5,8 Millionen weitere Abos aktiviert werden könnten.
Doch das Bündnis für die Schiene kritisiert, dass das Potenzial des Tickets noch lange nicht ausgeschöpft ist. Während Städter:innen besonders profitieren, bleibt der Nutzen in ländlichen Regionen begrenzt. Statt die Attraktivität des Angebots weiter zu steigern, kehrt die Regierung nun zur Spritpreissubvention zurück.
Zwar senkte das Deutschlandticket zunächst den Verbrauch und lockte Millionen in Busse und Bahnen. Doch angesichts steigender Kosten und ausbleibenden Wachstums bleibt seine Zukunft ungewiss. Die Rückkehr zu fossilen Subventionen markiert einen Kurswechsel – weg von der Förderung des Umweltverbunds.






