09 June 2026, 00:16

Deutsche Industrie kämpft mit dramatischem Auftragseinbruch im April

Deutschlands Industrieaufträge brechen doppelt so stark ein wie erwartet

Deutsche Industrie kämpft mit dramatischem Auftragseinbruch im April

Deutschlands Industrie durchlebt einen weiteren schwierigen Monat

Im April musste die deutsche Industrie einen weiteren Rückschlag hinnehmen: Die Auftragseingänge gingen stärker zurück als erwartet. Geopolitische Spannungen und anhaltende Lieferkettenprobleme belasten die Hersteller weiterhin. Unternehmensvertreter beschreiben die aktuelle Lage als dramatisch – mit kaum Anzeichen für eine baldige Besserung.

Laut offiziellen Zahlen sanken die Industrieaufträge in Deutschland im April im Vergleich zum Vormonat um 3,8 Prozent. Dieser Rückgang fiel deutlicher aus als von Ökonomen prognostiziert, die lediglich mit einem Minus von 2 Prozent gerechnet hatten. Besonders betroffen war die Automobilbranche, ein zentraler Wirtschaftszweig: Hier brachen die Neugeschäfte im selben Zeitraum um 5,3 Prozent ein.

Auch die ausländische Nachfrage schwächte sich ab – die Aufträge aus dem Ausland gingen um 4,2 Prozent zurück. Innerhalb dieser Zahl stürzten die Bestellungen aus dem Euroraum um 11,1 Prozent ab, während die Aufträge aus Ländern außerhalb der Eurozone leicht um 0,8 Prozent stiegen. Doch auch im Inland gab es keine Entwarnung: Die heimischen Bestellungen sanken um 2,9 Prozent.

Selbst ohne Berücksichtigung von Großaufträgen schrumpfte die Gesamtnachfrage um 3,8 Prozent. Der anhaltende Konflikt im Iran, der Ende Februar eskalierte, verschärft den Druck auf die ohnehin schon angeschlagene Branche. „Die Lieferketten bleiben stark belastet“, so Klaus Wohlrabe, stellvertretender Leiter des ifo Zentrums für Makroökonomik und Umfragen.

Die Stimmung in der Industrie hat einen Tiefpunkt erreicht. Udo Dinglreiter, Präsident des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall, bezeichnete die Lage bei den Mitgliedsunternehmen im April als „katastrophal“. Die Kombination aus sinkenden Aufträgen, geopolitischen Risiken und anhaltenden Lieferengpässen stellt die Hersteller vor eine zunehmend düstere Zukunft.

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Die jüngsten Daten unterstreichen die wachsenden Herausforderungen für den deutschen Industriestandort. Da die Nachfrage sowohl im In- als auch im Ausland nachgibt, stellen sich die Unternehmen auf anhaltende Schwierigkeiten ein. Weder die Störungen in den Lieferketten noch die geopolitische Instabilität zeigen Anzeichen einer Entspannung – die Branche bleibt in einer prekären Lage.

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