DB-Chef Nagl warnt vor Sonderkonditionen für Bahnkonkurrent Italo
Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO, warnt davor, dem italienischen Bahnbetreiber Italo Sonderkonditionen für seinen geplanten Markteintritt in den deutschen Fernverkehr im Jahr 2028 einzuräumen. Er betonte, dass solche Schritte langwierige Rechtsstreitigkeiten auslösen und die Branche destabilisieren könnten.
Kritik übte Nagl an Vorschlägen für eine befristete „Neueinsteiger-Klausel“, die Italo den Marktzutritt erleichtern soll. Diese Idee bezeichnete er als rechtlich riskant und potenziell störend. Die alten, mehrjährigen Rahmenverträge von 2017 waren gerade wegen ihrer Komplexität und rechtlichen Unklarheiten abgeschafft worden.
Ein neues, verbindliches Rechtsrahmenwerk auf Basis der EU-Kapazitätsverordnung tritt erst 2031 in Kraft. Bis dahin könnte die Gewährung von Trassenzugang für Italo unter unklaren oder nicht konformen Regeln extreme Unsicherheit für alle Bahnunternehmen schaffen. Nagl wies zudem darauf hin, dass die DB InfraGO als Infrastrukturprovider keine bestimmte Bahngesellschaft bevorzugt.
Trotz seiner Bedenken zeigt sich Nagl überzeugt, dass Wettbewerb im Fernverkehr gelingen kann. Ein faires, transparentes System werde langfristig den Fahrgästen zugutekommen, indem es Dienstleistungen und Auswahlmöglichkeiten verbessere.
Die Warnungen des Vorstandschefs kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Italo seine Expansion nach Deutschland für 2028 vorbereitet. Ohne stabile rechtliche Grundlagen könnten Sonderregelungen für den italienischen Betreiber zu jahrelangen Prozessen führen. Die Branche steht nun vor einer Phase der Unsicherheit, bis die neuen EU-Vorschriften 2031 greifen.






