CSU-Politikerin Dorothee Bäder löst mit BAföG-Aussagen und fragwürdigem Werdegang Empörung aus
Francesco SchenkCSU-Politikerin Dorothee Bäder löst mit BAföG-Aussagen und fragwürdigem Werdegang Empörung aus
Dorothee Bäder, langjähriges CSU-Mitglied, hat mit einem jüngsten Interview zur Studienförderung für Diskussionen gesorgt. Ihre Äußerungen zu BAföG-Leistungen und angeblichen Privilegien von Studierenden sorgten für Aufsehen. Die 46-jährige Politikerin bekleidet seit ihren frühen Zwanzigern einflussreiche Positionen – doch nun gerät auch ihr akademischer Werdegang in den Fokus der Kritik.
Geboren 1978, trat Bäder bereits mit 14 der Schülerunion bei. Mit 23 zog sie in den CSU-Vorstand ein, nur ein Jahr später wurde sie Bundestagsabgeordnete – der Startschuss für ihre politische Karriere.
Sie studierte zunächst Politikwissenschaft in München, wechselte dann ans Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Dort sah sie sich aufgrund ihrer konservativen Haltung mit Herausforderungen konfrontiert. Dennoch schloss sie 2006 ihr Studium mit dem Diplom in Politikwissenschaft ab, erreicht mit einer Durchschnittsnote von 1,5. Ihre Diplomarbeit lässt sich jedoch weder in der Bibliothek des OSI noch in den Archiven der Hanns-Seidel-Stiftung nachweisen.
Ende Mai gab Bäder ein Interview, das bei Studierenden und Koalitionspartnern auf Kritik stieß. Zwar erwähnte sie kurz die geplante Erhöhung der BAföG-Wohnpauschale von 380 auf 440 Euro, bezeichnete Studierende aber als „sehr privilegiert“. Zudem erklärte sie, ein Nebenjob während des Studiums sei „keine Tragödie“ – eine Aussage, die im Widerspruch zum zuvor ausgehandelten Koalitionskompromiss zur finanziellen Unterstützung steht.
Bäders Aussagen haben die Debatte über studentische Sozialleistungen und politische Verantwortung neu entfacht. Die nicht auffindbare Diplomarbeit wirft zusätzliche Fragen zu ihrem öffentlichen Profil auf. Während die Koalition an ihrer BAföG-Entscheidung festhält, könnten ihre Äußerungen künftige Diskussionen prägen.






