Bundestag startet milliardenschweren digitalen Umbau gegen Cyberangriffe
Francesco SchenkBundestag startet milliardenschweren digitalen Umbau gegen Cyberangriffe
Der Bundestag steht vor einem umfassenden digitalen Umbau, um sich besser gegen Cyberbedrohungen zu wappnen. Bundestagspräsidentin Julia Klöckner kündigte Pläne an, tausende Kilometer veralteter Kabel zu ersetzen und die IT-Systeme zu modernisieren. Ziel ist es, die Abhängigkeit von externen Anbietern zu verringern und gleichzeitig die Sicherheit sowie die Kontrolle über den Datenzugriff zu verbessern.
Bei der Sanierung werden rund 3.800 Kilometer Kupferkabel ausgetauscht – eine Länge, die ausreichen würde, um die gesamten Grenzen Deutschlands zu umspannen. Zudem werden 300 Kilometer Glasfaserkabel, 300 Datenverteilereinheiten und hunderte Server auf den neuesten Stand gebracht. Beamte bezeichnen das Vorhaben als ein monumentales Projekt, das jahrelange Bauarbeiten erfordern wird.
Die neue Digitalstrategie folgt einem "3-S"-Ansatz: Sicherheit, Souveränität und Serviceorientierung. IT-Sicherheit und Resilienz gegen Cyberangriffe haben dabei höchste Priorität. Der digitale Zugriff soll strenger geregelt werden, um unbefugte Datennutzung zu verhindern.
Klöckner erwartet, dass die Fraktionen noch in diesem Jahr das Bundestagspolizeigesetz finalisieren. Gleichzeitig wird die umfassende Digitalstrategie beschleunigt vorangetrieben – die ersten Sanierungsarbeiten sollen noch vor dem Sommer beginnen.
Die Modernisierungsmaßnahmen werden nicht nur die Infrastruktur des Reichstagsgebäudes auf den neuesten Stand bringen, sondern auch die Abhängigkeit von einzelnen Anbietern verringern. Durch strengere Zugriffskontrollen und verbesserte Cyberabwehr sollen sensible Parlamentsabläufe besser geschützt werden. Das Projekt zählt zu den größten IT-Sanierungen in der Geschichte des Bundestags.






