Brandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – Streit um Bildungsauftrag
Conrad PechelBrandenburgs Schulen kooperieren mit Bundeswehr – Streit um Bildungsauftrag
Brandenburgs Bildungsministerium und die Bundeswehr unterzeichnen Kooperationsvereinbarung zur Förderung der schulischen Bildung
Das Brandenburgische Bildungsministerium und die Bundeswehr haben eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet, um die Bildungsarbeit an Schulen zu unterstützen. Die Vereinbarung schafft einen Rahmen für die langfristige Zusammenarbeit beider Institutionen. Ziel ist es, das Verständnis der Schülerinnen und Schüler für staatliche Verantwortung und kritisches Denken zu stärken.
Im Rahmen des Abkommens können Jugendoffiziere der Bundeswehr als externe Referentinnen und Referenten in den Unterricht eingeladen werden. Ihre Aufgabe besteht darin, Themen wie die deutsche Außen- und Sicherheitspolitik, globales Krisenmanagement sowie nationale und europäische Sicherheitsinteressen zu erörtern. Die Schulen entscheiden eigenständig, ob sie diese Angebote annehmen – dabei muss sichergestellt sein, dass die Diskussionen im Einklang mit dem bestehenden Lehrplan stehen.
Die Jugendoffiziere halten sich dabei an die Grundsätze des Beutelsbacher Konsenses, der eine Indoktrination ausdrücklich verbietet. Oberst Nikolas Scholtka, Kommandeur des Landeskommandos Brandenburg, betonte die Bedeutung einer mehrperspektivischen Auseinandersetzung mit sicherheitspolitischen Fragen. Die Vereinbarung soll den Diskurs fördern und den Schülerinnen und Schülern ein breiteres Verständnis staatlicher Funktionen vermitteln.
Die BSW-Fraktion im Landtag hat die Initiative scharf kritisiert und sie als „institutionalisierte Kriegspropaganda“ im Klassenzimmer bezeichnet. Die Partei fordert die sofortige Aussetzung der Vereinbarung und lehnt deren Umsetzung an Schulen ab.
Die Kooperationsvereinbarung bleibt jedoch bestehen, wobei die Schulen in voller Eigenverantwortung über eine Teilnahme entscheiden. Jugendoffiziere werden nur auf Einladung und im Rahmen der pädagogischen Vorgaben mit Schülerinnen und Schülern ins Gespräch kommen. Das Abkommen zielt darauf ab, sachliche Diskussionen zu fördern und gleichzeitig die Autonomie der einzelnen Schulen zu wahren.
