Bahnprojekt Mitteldeutschland droht jahrelange Verzögerung durch Milliardenlücke
Francesco SchenkBahnprojekt Mitteldeutschland droht jahrelange Verzögerung durch Milliardenlücke
Pläne für die Mitteldeutschland-Anbindung der Bahn stecken in einer schweren Finanzierungslücke
Das Vorhaben, das Thüringen und Sachsen mit schnelleren Verbindungen an Westdeutschland anbinden soll, droht nun um mehrere Jahre verzögert zu werden. Aktivisten fordern die Bundesregierung auf, mit zusätzlichen Mitteln einzuspringen, um die Modernisierung doch noch wie geplant voranzutreiben.
Die BSW-Landtagsfraktion in Thüringen hat einen zügigeren Ausbau der Mitteldeutschland-Strecke angemahnt. Sie bezeichnet die Verbindung als eine der wichtigsten Verkehrsadern der Region. Gefordert werden die vollständige Elektrifizierung zwischen Weimar, Jena, Gera und Gößnitz sowie der Ausbau einzelner Abschnitte auf Doppelspur.
Roberto Kobelt, verkehrspolitischer Sprecher der Fraktion, betonte die Dringlichkeit der Maßnahmen. Eine Elektrifizierung würde den Fernverkehr von Chemnitz und Dresden zu zentralen Knotenpunkten wie Erfurt, dem Rhein-Main-Gebiet und dem Ruhrgebiet deutlich beschleunigen. Doch das Bundesverkehrsministerium bestätigte, dass derzeit keine Mittel für das Projekt bereitstehen.
Ursprünglich sollte der Baubeginn noch in diesem Jahr erfolgen – nun ist er auf 2028 verschoben. Die vollständige Elektrifizierung, die eigentlich früher abgeschlossen werden sollte, wird frühestens 2032 fertig. Die Finanzierungslücke für mehrere Bahnprojekte bis 2029 beläuft sich auf rund zwei Milliarden Euro. Allein für die Strecke Weimar–Gera–Gößnitz fehlen 544 Millionen Euro.
Ohne zusätzliche Bundesmittel bleibt die Mitteldeutschland-Anbindung der Bahn jahrelang unvollendet. Die Verzögerung bedeutet, dass die Verbindungen zwischen Ost- und Westdeutschland bis mindestens in die frühen 2030er-Jahre langsamer bleiben. Aktivisten setzen sich weiterhin für eine Lösung der Finanzkrise ein.






