Avignon-Festival feiert koreanische Kunst als offizielle Gastsprache
Diethelm WeißAvignon-Festival feiert koreanische Kunst als offizielle Gastsprache
Das 80. Avignon-Festival wählt Koreanisch als offizielle Gastsprache – ein Novum für eine asiatische Sprache
Zum ersten Mal in seiner Geschichte ehrt das Avignon-Festival eine asiatische Sprache: Vom 4. bis 25. Juli steht Koreanisch im Mittelpunkt des renommierten Events. Neun Werke von sieben koreanischen Künstlern werden präsentiert, wie Festivalleiter Tiago Rodrigues betont – eine Auswahl, die die Tiefe und Kraft der koreanischen darstellenden Künste unter Beweis stellt.
Das koreanische Programm entstand in Zusammenarbeit mit dem Korea Arts Management Service und dem Seoul Performing Arts Festival. Zu den Höhepunkten zählen Island Story von Lee Kyung-sung, Mulji von Lee Jin-yeob sowie Snow, snow, snow von Lee Jar-ram. Zudem wird Han Kangs Wir trennen uns nicht in einer szenischen Lesung mit Lee Hye-young aufgeführt.
Die Künstlerin Koo Ja-ha präsentiert gleich drei Werke: Kuckuck, Die Geschichte des koreanischen Westtheaters und Haribo Kimchi. Ihre Kollegin Sung-im steuert mit 1 Grad Celsius eine zeitgenössische Tanzperformance zu Umweltfragen bei. Den Abschluss bildet KIN: Yeonhee Project 1 der Gruppe Liquid Sound – ein vielseitiges Programm, das Theater, Tanz und Literatur vereint.
Rodrigues lobte die künstlerische Qualität und sprachliche Vielfalt der koreanischen Beiträge. Seine Worte spiegeln das Engagement des Festivals wider, internationale Zuschauer mit neuen kulturellen Perspektiven vertraut zu machen.
Drei Wochen lang bietet das Avignon-Festival damit eine seltene Gelegenheit, zeitgenössisches koreanisches Theater, Tanz und Literatur zu erleben. Mit neun Produktionen – von Drama über Tanz bis zu szenischen Lesungen – festigt die Veranstaltung den Ruf koreanischer Kunst auf der internationalen Bühne.






