20 April 2026, 12:13

ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe an Moderator Denis Scheck

Eine Buchseite mit einer Zeichnung eines verzweifelten Mannes mit Hut und Frau in Kleid mittendrin in einer hitzigen Diskussion, umgeben von Text und anderen Bildern.

ARD verteidigt Druckfrisch gegen Sexismus-Vorwürfe an Moderator Denis Scheck

Der deutsche Rundfunksender ARD hat sein langjähriges Literaturformat Druckfrisch gegen Vorwürfe des Sexismus in Schutz genommen, die sich gegen den Moderator Denis Scheck richten. Auslöser der Debatte ist die scharfe Kritik, mit der er Bücher der Autorinnen Sophie Passmann und Ildikó von Kürthy rezensierte. Beide Schriftstellerinnen warfen ihm daraufhin öffentlich vor, ihre Werke herabwürdigend und unfair zu behandeln.

ARD betont, die Sendung stehe für Gleichberechtigung, und das Geschlecht eines Autors oder einer Autorin spiele bei der literarischen Bewertung keine Rolle. Dennoch hat die Diskussion an Fahrt aufgenommen – prominente Stimmen fragen mittlerweile, ob Schecks provokanter Stil die Grenze zur Frauenfeindlichkeit überschreitet.

Der Streit eskalierte, als Scheck in Druckfrisch – einem Format, das für seine schonungslosen Urteile bekannt ist – Sophie Passmanns Buch besprach. Die Autorin reagierte auf Instagram und bezeichnete seine Äußerungen als "nicht nur grausam, sondern vor allem sexistisch". Auch Ildikó von Kürthy meldete sich zu Wort, nachdem Scheck ihr Werk in ähnlich schroffer Manier verrissen hatte. In einem Essay für Die Zeit erklärte sie, solche Respektlosigkeit nicht länger hinnehmen zu wollen.

Schecks Rezensionsstil ist oft theatralisch geprägt – so lässt er Bücher, die ihm missfallen, etwa demonstrativ durch eine Rutsche in einen Mülleimer gleiten. Zwar behauptet er, seine Kritik richte sich allein gegen die Texte und nicht gegen Autor:innen oder Leser:innen, doch seine Methoden stehen zunehmend in der Kritik. Die renommierte Literaturkritikerin Elke Heidenreich übt in einem Die Zeit-Beitrag scharfe Kritik an Schecks Vorgehen – und an der Rolle des ARD, das dies ermöglicht.

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Der Sender versichert unterdessen, man stehe weiterhin für Gleichberechtigung ein, und in Druckfrisch habe es keinen Platz für Frauenfeindlichkeit. Zudem verwies ARD darauf, dass Scheck in der jüngsten Folge mehr Bücher von Autorinnen gelobt als verrissen habe. Dennoch bleibt umstritten, ob sein konfrontativer Stil die Glaubwürdigkeit der Sendung untergräbt.

Die Kontroverse setzt ARD unter Druck, sich mit den Vorwürfen gegen Druckfrisch auseinanderzusetzen – insbesondere mit der Frage nach Tonfall und Fairness. Scheck bleibt vorerst Moderator der Sendung, doch die öffentliche Empörung deutet auf wachsendes Unbehagen mit seinen Methoden hin. Sowohl Passmann als auch von Kürthy haben klar gemacht, dass sie eine herablassende Behandlung nicht länger akzeptieren werden. Damit rückt die Debatte über literarische Kritik und Respekt erneut in den Fokus.

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